Archiv

AG Input – Regensburg

2019

27. Februar 2019

Im Visier des 'Finger-Revolvers'

Brasilien unter dem Faschisten Bolsonaro

In Brasilien wurde mit Jair Bolsonaro ein extrem rechter Staatspräsident gewählt. Das größte Land Lateinamerikas wird nun von einem Mann regiert, der Folter öffentlich befürwortet, gegen Minderheiten hetzt, Frauen beleidigt und dazu aufruft, politische Gegner_innen zu erschießen. Bereits während der Wahlen herrschte ein Klima der Bedrohung und Einschüchterung: Hunderte von Gewalttaten wurden von Anhänger_innen Bolsonaros gegen Aktivist_innen der Arbeiterpartei PT sowie gegen LGBTIQ+ und Indigene begangen. Wie konnte es so weit kommen? Was bedeutet Bolsonaros Regierung für Brasilien, insbesondere für Initiativen, die sich für die Rechte von Frauen und Minderheiten einsetzen?

Referent: Jan Erler

Jan Erler ist Mitarbeiter bei KoBra – Kooperation Brasilien e.V., dem Netzwerk der Brasiliensolidarität.

27. März 2019

Graue Wölfe heulen wieder

Die türkische extreme Rechte in Bayern

Drei weiße Halbmonde und der zu fünf Fingern stilisierte „Wolfsgruß“ sind ihre Symbole. Die sogenannten Grauen Wölfe (türkisch: Bozkurtçular) sind Personen der extremen Rechten, die ein – völkisch und rassistisch aufgeladenes – „Türkentum“ zum Ziel haben. Dafür organisieren sich die Anhänger_innen in unterschiedlichen Organisationen und Vereinen. Letztere haben sich besonders der Pflege von Kultur, Religion, Bildung und Sport verschrieben, um ihren Einfluss zu erweitern. Eine Arbeit, die antidemokratisch, antisemitisch und vor allem auf Diskriminierung aufgebaut ist. Mit Großreichfantasien, Militarismus, Feindbildern, religiösen Selbstzuschreibungen versetzt und durch thematisch vielseitige Angebote für alle Altersgruppen bauen die Vereine an einer vermeintlichen „türkischen Identität in der Fremde”, dem „Europa Türkentum“. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Grauen Wölfe, die Organisationen, ihre Struktur und Aktivitäten.

Referent: Alia Sembol

Alia Sembol ist Politikwissenschaftlerin und Mitarbeiterin der Fachinformationsstelle gegen Rechtsextremismus in München.

24. April 2019

Zwischen Schlesien bleibt unser und Völkerverständigung

Die 'Vertriebenen'-Verbände

Die ‚Vertriebenen‘ wurden von der extremen Rechten in der Bundesrepublik schon immer mit besonderer Zuneigung bedacht, Schnittpunkte waren dabei der Revanchismus, völkischer Nationalismus und antislawische Ressentiments. Dabei engagierten sich viele ‚Vertriebenen’aktivistInnen nicht nur in ihren Verbänden, sondern auch in der extremen Rechten. Um die organisierten ‚Vertriebenen’verbände ist es die vergangenen Jahre ruhig geworden. Sie haben an Mitgliedern und Einfluss verloren. Das gilt auch für die „Sudetendeutschen“, die sich gerne als „vierter Stamm Bayerns“ verstehen. Mit Blick auf den 70. Sudetendeutschen Tag – der vom 7. bis zum 9. Juni 2019 in Regensburg stattfinden wird – widmet sich die Veranstaltung den Fragen, wie es aktuell um die ‚Vertriebenen’verbände steht und welche politische Ausrichtung diese haben.

 

Referent: Lucius Teidelbaum

Lucius Teidelbaum ist Buchautor und Journalist mit Schwerpunkt auf der extermen Rechten und anliegenden Grauzonen.

29. Mai 2019

Europa auf dem Weg nach rechts

Die exterme Rechts im Europaparlament

Die extreme Rechte in Europa erstarkt. Sie ist an Regierungen beteiligt – unter anderem in Italien und in Österreich – , sie erzielt hohe Umfragewerte – etwa in Frankreich und in Deutschland. Zudem hat sie inzwischen auch den Durchbruch in Ländern geschafft, in denen sie bisher noch nicht über große, einflussreiche Organisationen verfügte – etwa in Spanien. Mehrere extrem rechte Parteien gehen mit großen Hoffnungen in den Europawahlkampf– mit dem Ziel, im Europäischen Parlament zu einer bedeutenden Kraft zu werden. Mit Blick auf die Europawahl vom 23. bis zum 26. Mai 2019 wertet die Veranstaltung die Ergebnisse aus und beantwortet auch die Frage, inwieweit die extreme Rechte ihre Hoffnungen erfüllen konnte.

 

Referent: Jörg Kronauer

Jörg Kronauer ist Buchautor und Journalist aus London. Seine Schwerpunkte sind die deutschen Außenpolitik und die extreme Rechte. Weiterhin ist er Referent des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland und Redakteur von german-forgein-policy.com.

26. Juni 2019

Rechte Russlanddeutsche

Alte Bekannte

Seit 1950 sind rund 2,5 Millionen Menschen aus der Sowjetunion und deren Nachfolgestaaten als Aussiedler_innen oder Spätaussiedler_innen in die Bundesrepublik gekommen. Ihr Mobilisierungspotenzial versuchte die extreme Rechte immer wieder für sich zu nutzen. Nach 2011 sind jedoch keine relevanten Veranstaltungen der „Russlanddeutschen in der NPD“ oder der „Russlanddeutschen Konservativen“ mehr öffentlich geworden. Bis zu den „Lisa“-Kundgebungen im Januar 2016 war es still geworden. Aktuell buhlt vor allem die AfD um die Wähler_innenstimmen der Russlanddeutschen. Im Vortrag werden einzelne Akteur_innen und Organisationen vorgestellt, deren Tätigkeit nachgezeichnet und dabei gezeigt, dass die Verfechter_innen rassistischer Anliegen innerhalb der russlanddeutschen Community seit Jahren dieselben sind.

 

Referent: Lara Schultz

Lara Schultz ist Journalistin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der extermen Rechten in Mittel- und Osteuropa.

25. September 2019

(K)Eine Frage der Wahrnehmung

Rechte Gewalt gegen Wohnungslose

Unter rechter Gewalt werden häufig rassistische und antisemitische Taten sowie Angriffe gegen Nichtrechte oder alternative Jugendliche verstanden. Weniger bekannt und kaum wahrgenommen ist, dass auch andere Personengruppen wie wohnungslose Menschen Opfer rechter Angriffe werden. Dabei passiert dies jeden Tag. Die Dokumentation der Gewaltfälle belegt, dass viele brutale Angriffe einer extrem rechten Ideologie entspringen. Wohnungslose werden zur Zielscheibe rechter Gewalt, weil sie – in ungebrochener Kontinuität mit der nationalsozialistischen Propaganda gegen so genannte „Asoziale“ und „Arbeitsscheue“ – als „gesellschaftlich unproduktiv“ eingestuft, als „Parasiten“, „Penner“ oder „Assis“ herabgesetzt werden – eine Vorstellung die mit weit verbreiteten Ungleichwertigkeitsvorstellungen in der Mehrheitsgesellschaft einhergeht.

Referent: Lucius Teidelbaum

Lucius Teidelbaum ist Buchautor und Journalist mit Schwerpunkt auf der extermen Rechten und anliegenden Grauzonen.

30. Oktober 2019

Auslaufmodell oder Notwendigkeit?

Antisemitismus in der extermen Rechten

Die Auseinandersetzung mit Antisemitismus in Deutschland konzentriert sich in den vergangenen Jahren stark auf Erscheinungsformen in muslimischen und arabischen Communities, in islamistischen Kontexten sowie in Teilen der Linken. Der Antisemitismus der extremen Rechten wird hingegen selten thematisiert, wenn er sich nicht gerade in allzu offensichtlichen Formen wie der Leugnung der Shoah oder antisemitischen Vernichtungsfantasien im RechtsRock ausdrückt. Darin inszenieren sich Teile der extremen Rechten als FreundInnen Israels und nutzen das Narrativ vom Antisemitismus als „importiertes Problem“ als Vehikel für ihre rassistische Agitation. Im Vortrag soll den Fragen nachgegangen werden, warum der völkische Nationalismus als Kern extrem rechter Ideologie in Deutschland ohne Antisemitismus kaum denkbar ist, welche Formen des Antisemitismus es in der extremen Rechten gibt und in welchen Themen und Aktionsformen er sich in den verschiedenen Strömungen dieses politischen Spektrums ausdrückt.

 

Referent: Jan Nowak

Jan Nowak ist Bildungsreferent und Journalist mit dem Schwerpunkt Neonazismus und exterme Recht in Bayern.

27. November 2019

Österreich: die exterme Rechte an der Macht

Seit Dezember 2017 regiert in Österreich die konservative ÖVP mit der rechtsextremen FPÖ. Fast im Monatstakt werden Sozialkürzungen und Aufrüstungsmaßnahmen umgesetzt. Als Ablenkung dienen geflüchtete Menschen und Migrant_innen. Währenddessen bringt die extreme Rechte ihre – meist burschenschaftlichen – Kader an die Schalthebel der Macht. Immer deutlicher wird: Es geht nicht um einzelne politische Maßnahmen. Es geht um eine autoritäre, völkische und neoliberale Neuorientierung des Staates. Wie konnte es so weit kommen? Wo hat die FPÖ ihre Wurzeln, wer sind ihre AkteurInnen, welche Programmatik vertritt sie? Welche Rolle spielt die ÖVP, welche die außerparlamentarische extreme Rechte? Und was bedeutet all das für antifaschistische und zivilgesellschaftliche Initiativen?

Referent: Michael Bonvalot

Michael Bonvalot ist Journalist und Autor aus Wien. Seine Schwerpunkte sind die exterme Rechte, Migration sowie Sozialpolitik. Im Herbst 2017 erschien sein Buch ‚Die FPÖ – Partei der Reichen‘.

25. Mai 2019

Extremisten, Faschisten, extreme Rechte - alles das Selbe?

Tages-Workshop

Was Faschismus ist oder war, darüber wird seit fast genau 100 Jahren gestritten. Nicht selten wird hierbei – vor allem von Extremismustheoretiker_innen – die Kritik vorgebracht, es würde sich hierbei um einen „linken“ Kampfbegriff handeln, der ausschließlich der Polemik gegen die bürgerliche Demokratie in Stellung gebracht werde. Jenseits dieser Vorwürfe lässt sich jedoch feststellen, dass vielfältige historische, philosophische und sozialwissenschaftliche Forschungen, nicht zuletzt im englischsprachigen Raum, zahlreiche Interpretationen und Theorien hervorgebracht haben, die anregende Ansätze liefern. Mehr noch: In jüngster Zeit scheint es so, dass die Diskussionen um die Aktualität eines allgemeinen und vergleichenden Faschismusbegriffs wieder an Bedeutung gewinnen. So zum Beispiel inwiefern in Strömungen der „Neuen Rechten“, aber auch im völkischen Flügel der AfD um Björn Höcke faschistische Positionen erkennbar werden.
In dem Workshop sollen vor allem die aktuellen politischen Debatten und Forschungsansätze zum Faschismus und faschistischen Bewegungen nachgezeichnet werden und diese extremismustheoretischen Ansätzen gegenüberzustellen. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob bzw. in welcher Hinsicht Faschismustheorien das Potential haben, neue extrem rechte Strömungen in Deutschland, aber auch in europäischer und globaler Perspektive analytisch in den Blick zu nehmen.

 

Referent: Michael Sturm

13. Dezember 2019

'Gener-Wahn', 'Frühsexualisierung', 'Homo-Lobby'?

Tages-Workshop

Antifeministische Angriffe gegen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt mehren sich, in Bayern und der bundesweiten politischen Landschaft. Dahinter steckt ein breites Akteurspektrum: Extrem Rechte, maskulistische aber auch christlich-fundamentalistische Initiativen verbindet die Ablehnung emanzipatorischer Geschlechterpolitiken. Und sie nutzen gesellschaftliche Debatten um Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in unserer Gesellschaft, um ihren autoritären Vorstellungen davon Gehör zu verschaffen. Im Workshop wollen wir gemeinsam auf Themen und Argumentationsfiguren des in sich heterogenen Milieus antifeministischer AkteurInnen blicken. Wer sind diese? An welche alten und neuen Feindbilder knüpfen sie an? Wo liegen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihnen? Wer sind (regionale) ProtagonistInnen? Und nicht zuletzt: wie können emanzipatorische Antworten aussehen?

Referent: Juliane Lang & Lisa Gutsche

Juliane Lang und Lisa Gutsche arbeiten wissenschaftlich, journalistisch und in der politischen Bildungsarbeit zu Themen rund um die extreme Rechte und Geschlecht. Juliane Lang ist Mitherausgeberin des Sammelbandes "Antifeminismus in Bewegung. Aktuelle Debatten um Geschlecht und sexuelle Vielfalt".

2018

31. Januar 2018

Mit Moskau gegen die USA? Die Russland

Strategien der (extremen) Rechten in Westeuropa

In der deutschen (extremen) Rechten werden offen Sympathien für Russland gehegt und ihre AkteurInnen – von RechtspopulistInnen bis NeonazistInnen – versuchen Kontakte in das Land aufzubauen. Ideologischer Hintergrund dürfte hierbei sein, dass „Der Westen“ als Inbegriff für gängige Feindbilder – wie zum Beispiel der verhassten Moderne und des Liberalismus – gilt und Russland als Gegenstück dazu erscheint. Mit dem Eurasismus – einer sehr erfolgreichen extrem rechten Strömung in der Russischen Föderation – ist hierfür auch ein Anknüpfungspunkt gegeben. Der Vortrag beleuchtet die Russland-Strategien der westeuropäischen (extremen) Rechten, zeigt die Hintergründe der russischen Unterstützung für Organisationen auf und blickt auf die Folgen.

Referent: Jörg Kronauer

Jörg Kronauer ist freier Journalist und Buchautor aus London, Referent des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland.

28. Februar 2018

Der NSU-Komplex

Aus Sicht der Nebenklage

In den Jahren zwischen 2000 bis 2007 hat der «Nationalsozialistische Untergrund» (NSU) in ganz Deutschland vor allem aus der Türkei stammende Menschen erschossen, mindestens zwei Sprengstoffanschläge in vor allem von MigrantInnen bewohnten Stadtteilen verübt und zahlreiche Banken überfallen. Im Mai 2013 begann der Strafprozess gegen fünf Angeklagte vor dem Oberlandesgericht München. Seit Sommer 2017 ist das Verfahren in die Plädoyerphase eingetreten, seit Mitte November hält die Nebenklage ihre Plädoyers und Nebenkläger*innen geben eigene Erklärungen ab. Es stehen in diesen die Perspektive der Angehörigen und Betroffenen im Vordergrund. Eine davon wird von Dr. Björn Elberling vetreten, dessen Mandant Betroffener eines versuchten Mordes bei einem Raubüberfall des NSU am 18. Dezember 1998 in Chemnitz war. Im Vortrag wird der Referent eine vorläufige Auswertung des Prozesses geben und dabei Kritik an den Ermittlungen und am Prozess üben, da diese das den Angehörigen gegebene Aufklärungsversprechen nicht einlösen. Der Vortrag beleuchtet die Russland-Strategien der westeuropäischen (extremen) Rechten, zeigt die Hintergründe der russischen Unterstützung für Organisationen auf und blickt auf die Folgen.

Referent: Dr. Björn Elberling

Björn Elberling ist Anwalt und Autor des Blogs http://www.nsu-nebenklage.de

28. März 2018

"Faschistische Sozialarbeit?

Wie die extreme Rechte versucht den sozialen Raum zu erobern

Seit Jahren baut die europaweit agierende extrem rechte Gruppierung „Die Identitären“ an eigenen Strukturen, um jugendlichen AdressatInnen ein breites Angebot an soziokulturellen Aktivitäten anbieten zu können. „Wir sind patriotische Streetworker“, mit dem Ziel einer „patriotischen Erziehung der Jugend“ wird dabei verlautbart. Vorbild dürfte hierbei die neofaschistische italienische Gruppe „Casa Pound“ sein, die zahlreiche Stadtteilzentren unterhält und sich in größeren Städten als SozialarbeiterInnen – zum Beispiel in der aufsuchende Jugend- sowie der Communityarbeit – betätigt. Der Vortrag wird einen, in der bisherigen Auseinandersetzung mit neueren extrem rechten Gruppierungen, eher marginalisierten Punkt aufgreifen: Die konkreten Manifestationen dieser Ideologie in der reaktionären Besetzung sozialen und kulturellen Raumes. Im Vortrag wird der Referent eine vorläufige Auswertung des Prozesses geben und dabei Kritik an den Ermittlungen und am Prozess üben, da diese das den Angehörigen gegebene Aufklärungsversprechen nicht einlösen. Der Vortrag beleuchtet die Russland-Strategien der westeuropäischen (extremen) Rechten, zeigt die Hintergründe der russischen Unterstützung für Organisationen auf und blickt auf die Folgen.

Referent: Jerome Trebing

Jerome Trebing ist Sozialarbeiter und Soziologe aus Wien.

25. April 2018

Die neonazistische Rechte in Ostbayern

Eine Bestandsaufnahme

Die neonazistische Rechte in Ostbayern ist kein monolithischer Block, sie besteht aus verschiedenen Organisationen und Strömungen. Neonaziparteien sorgen regelmäßig mit Kundgebungen gegen Flüchtlinge oder zur Verherrlichung des Nationalsozialismus für Aufmerksamkeit, hingegen werden neonazistische ‚Bruderschaften‘ und Rockerclubs, die Rechtsrockszene oder militante Strukturen in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Im Vortrag soll ein Überblick zu den verschiedenen AkteurInnen gegeben werden, dabei finden auch der Netzwerkcharakter und die verbindenden ideologischen Momente Beachtung. Der Vortrag wird einen, in der bisherigen Auseinandersetzung mit neueren extrem rechten Gruppierungen, eher marginalisierten Punkt aufgreifen: Die konkreten Manifestationen dieser Ideologie in der reaktionären Besetzung sozialen und kulturellen Raumes. Im Vortrag wird der Referent eine vorläufige Auswertung des Prozesses geben und dabei Kritik an den Ermittlungen und am Prozess üben, da diese das den Angehörigen gegebene Aufklärungsversprechen nicht einlösen. Der Vortrag beleuchtet die Russland-Strategien der westeuropäischen (extremen) Rechten, zeigt die Hintergründe der russischen Unterstützung für Organisationen auf und blickt auf die Folgen.

Referent: Jan Nowak

Jan Nowak ist Publizist und Bildungsreferent mit dem Schwerpunkt Neonazismus und extreme Rechte in Bayern.

30. Mai 2018

Zur Rolle von Frauen im Netzwerk des NSU

Rechtsterroristische Strukturen werden meist als männerbündlerische Kampfeinheiten verstanden und nicht selten sind sie auch als solche konzipiert. Durch die Selbstenttarnung des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) ist mit Beate Zschäpe eine Täterin in den Fokus gerückt, an der sich Klischees über die Rolle von Frauen in der Naziszene zugleich brechen und reproduzieren. Im Münchner Strafprozess inszeniert sie sich als unbeteiligt, unwissend und abhängig von den beiden Männern. Diese Inszenierung wird im Vortrag mithilfe der Analysekategorie Gender widerlegt. Im Vortrag wird der Referent eine vorläufige Auswertung des Prozesses geben und dabei Kritik an den Ermittlungen und am Prozess üben, da diese das den Angehörigen gegebene Aufklärungsversprechen nicht einlösen. Der Vortrag beleuchtet die Russland-Strategien der westeuropäischen (extremen) Rechten, zeigt die Hintergründe der russischen Unterstützung für Organisationen auf und blickt auf die Folgen.

 

Referent: Eike Sanders

Eike Sanders ist Mitarbeiterin des apabiz e.V. (Berlin), Teil von NSU-Watch sowie Mitglied des Forschungsnetzwerkes Frauen und Rechtsextremismus

26. Juni 2018

Die radikale Rechte vor der bayerischen Landtagswahl

Bei der bayerischen Landtagswahl 2013 konnten radikale rechte Parteien mit Ergebnissen unter 1 Prozent der gewählten Stimmen keine Erfolge für sich verbuchen. Mit dem Erstarken der radikalen Rechten in den letzten Jahren und der Etablierung der Partei »Alternative für Deutschland« als politische Kraft wird es aber bei dieser Erfolglosigkeit in der kommenden Landtagswahl im Herbst 2018 nicht bleiben. Der Vortrag wird deshalb parteipolitische radikale rechte AkteurInnen beleuchten und eine Prognose für deren Einzug in den bayerischen Landtag stellen.Im Vortrag wird der Referent eine vorläufige Auswertung des Prozesses geben und dabei Kritik an den Ermittlungen und am Prozess üben, da diese das den Angehörigen gegebene Aufklärungsversprechen nicht einlösen. Der Vortrag beleuchtet die Russland-Strategien der westeuropäischen (extremen) Rechten, zeigt die Hintergründe der russischen Unterstützung für Organisationen auf und blickt auf die Folgen.

Referent: Robert Andreasch

Robert Andreasch ist freier Journalist und Mitarbeiter der Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. (aida e.V.).

26. September 2018

Rechtsterroristische Lausbubenstreiche?

Die „Gruppe Freital“

Im Zuge der rassistischen Antiasylproteste in Freital (Sachsen) im Sommer 2015 bildet sich eine militant agierende Neonazistruktur heraus, die innerhalb kürzester Zeit schwere Gewalttaten gegen Geflüchtete und politische Gegner_innen verübte. Im Frühjahr 2018 wurden die Mitglieder u. a. wegen versuchten Mordes und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vom Oberlandesgericht Dresden verurteilt. Im Verfahren selbst waren die Taten sowohl von der Verteidigung als auch von Teilen der lokalen Presse und Öffentlichkeit als „dumme Jungenstreiche“, „Böllerwürfe“ und die Motivation als „asylkritisch“ verharmlost. Im Vortrag wird die Referentin, die die Vertretung der Nebenklage im Prozess übernommen hatte, sowohl die Gruppe als auch das Verfahren näher beleuchten.Im Vortrag wird der Referent eine vorläufige Auswertung des Prozesses geben und dabei Kritik an den Ermittlungen und am Prozess üben, da diese das den Angehörigen gegebene Aufklärungsversprechen nicht einlösen. Der Vortrag beleuchtet die Russland-Strategien der westeuropäischen (extremen) Rechten, zeigt die Hintergründe der russischen Unterstützung für Organisationen auf und blickt auf die Folgen.

Referent: Kristin Pietrzyk

Kristin Pietrzyk ist Rechtsanwältin, seit 2008 mit dem Schwerpunkt Straf-, Polizei- und Ordnungs-/Versammlungsrecht und Autorin des Blogs gruppe-freital-nebenklage.de

31. Oktober 2018

„Und über uns die Helden-Ahnen…“.

Erinnerungsorte der extremen Rechten

Für die extreme Rechte in Deutschland spielt der Umgang mit „Geschichte“ eine wichtige Rolle. Hierbei wird versucht, eigene „Erinnerungsorte“ zu schaffen, die nicht nur topografische Orte, sondern auch Erzählungen, Mythen und spezifisch gedeutete Ereignisse umfassen können. Sie müssen sich nicht zwangsläufig auf den Nationalsozialismus beziehen und pendeln zwischen Opfererzählungen und heroisierenden Narrativen, erfüllen dabei aber immer eine identitätsstiftende, vergemeinschaftende Funktion. Im Vortrag analysiert Michael Sturm die zentralen geschichtspolitischen Argumentationsmuster der extremen Rechten und nimmt dabei besonders deren Inszenierungspraktiken anlässlich des Volkstrauertags in den Blick. Diskutiert werden soll aber auch, wie demokratische Erinnerungskulturen gestaltet werden können, um keine Anknüpfungspunkte für extrem rechte Aneignungs- und Vereinnahmungsversuche zu bieten. Im Vortrag wird die Referentin, die die Vertretung der Nebenklage im Prozess übernommen hatte, sowohl die Gruppe als auch das Verfahren näher beleuchten.Im Vortrag wird der Referent eine vorläufige Auswertung des Prozesses geben und dabei Kritik an den Ermittlungen und am Prozess üben, da diese das den Angehörigen gegebene Aufklärungsversprechen nicht einlösen. Der Vortrag beleuchtet die Russland-Strategien der westeuropäischen (extremen) Rechten, zeigt die Hintergründe der russischen Unterstützung für Organisationen auf und blickt auf die Folgen.

Referent: Michael Sturm

Michael Sturm ist pädagogisch-wissenschaflicher Mitarbeiter im Geschichtsort Villa ten Hompel der Stadt Münster und in der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Münster.

28. November 2018

Die friedfertige Antisemitin?

Frauen als Täterinnen im Nationalsozialismus

Jahrzehntelang hat die „neue Frauenbewegung“ ein positives, auf den Opferstatus zentriertes Bild von „der Frau“ im NS gezeichnet, was nicht selten zu einer den Holocaust verharmlosenden Argumentation führt(e). Entgegen der Tatsache, dass Frauen als KZ-Aufseherinnen oder Denunziantinnen an der antisemitischen Ausgrenzung und Vernichtung von Jüdinnen und Juden mitwirkten, wurden sie in feministischen Schriften oft als auf die Mutterrolle reduzierte „Gebärmaschinen“ dargestellt – ein feministischer Fall von Täter(innen)-Opfer-Umkehr. Im Vortrag wird die Referentin Frauen als Täterinnen im Kontext der Beteiligung am NS nachzeichnen sowie die Frage aufwerfen, ob Antisemitismus bei Frauen und Männern die gleichen Bedürfnisse befriedigt oder ob entsprechend der verschiedenen Geschlechterrollen unterschiedliche Inhalte projiziert werden. Im Vortrag analysiert Michael Sturm die zentralen geschichtspolitischen Argumentationsmuster der extremen Rechten und nimmt dabei besonders deren Inszenierungspraktiken anlässlich des Volkstrauertags in den Blick. Diskutiert werden soll aber auch, wie demokratische Erinnerungskulturen gestaltet werden können, um keine Anknüpfungspunkte für extrem rechte Aneignungs- und Vereinnahmungsversuche zu bieten. Im Vortrag wird die Referentin, die die Vertretung der Nebenklage im Prozess übernommen hatte, sowohl die Gruppe als auch das Verfahren näher beleuchten.Im Vortrag wird der Referent eine vorläufige Auswertung des Prozesses geben und dabei Kritik an den Ermittlungen und am Prozess üben, da diese das den Angehörigen gegebene Aufklärungsversprechen nicht einlösen. Der Vortrag beleuchtet die Russland-Strategien der westeuropäischen (extremen) Rechten, zeigt die Hintergründe der russischen Unterstützung für Organisationen auf und blickt auf die Folgen.

Referent: Ljiljana Radonić

Ljiljana Radonić ist Lehrbeauftragte am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Derzeit Habilitationsprojekt über den „Zweiten Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen“ am Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.