Die radikale Rechte in den USA - Gesellschaftliche Polarisierung, politische Radikalisierung und transnationale Vernetzung

Wann

28.05.2025    
19:00 - 22:00
In vielen Demokratien, und so auch in den USA, sind radikale Rechte im Aufwind. In den meisten Ländern manifestiert sich dieser Aufstieg durch Wahlerfolge neuer oder vormals kleiner rechter Randparteien. In den USA dagegen haben populistische Polarisierungsunternehmer und eine Anti-Establishment-Basisbewegung die Republikanische Partei (Grand Old Party, GOP) radikalisiert. Zugleich ist ein Teil der extrem rechten Szene in den USA zum Vorfeld der GOP geworden.
Wie andere Akteure der radikalen Rechten nutzt auch die radikalisierte GOP für ihre Mobilisierung die erheblichen Repräsentationsdefizite der liberalen Demokratie – insbesondere bezüglich der Verwerfungen ökonomischer Globalisierungs- und kultureller Modernisierungsprozesse sowie auf der Basis einer weit verbreiteten diffusen Krisen-, Transformations- und Demokratiemüdigkeit. Im Kontext einer zunehmend affektiven Polarisierung der Bevölkerungen ist diese Politik der „Angst und Wut“ bei Wahlen erfolgreicher als lösungs- und kompromissorientiertes Handeln.
Im Kontext aktueller politischer Entwicklungen in den USA, die Ausdruck der zunehmenden Radikalisierung der Politik der GOP und insbesondere der Regierung Trump sind und die amerikanische Demokratie in eine „illiberale Demokratie“ zu verwandeln drohen, ist auch die zunehmende internationale Vernetzung der radikalen Rechten auffällig. Die grenzüberschreitende Vernetzung ist integraler Teil der Strategien einer globalen radikalen Rechten geworden, weil sie die von ihnen behauptete Hegemonie der „globalen liberalen Eliten“ auch global bekämpfen will.
Referent: Dr. Thomas Greven