Is Palestine a feminist issue? Zur Verschränkung von (Queer)-Feminismus und Antisemitismus.
Seit dem Massaker der Hamas am 7. Oktober mit über 1200 israelischen Todesopfern und dem Krieg in Gaza mit Zehntausenden toten Palästinenser:innen ist ein drastischer Anstieg von Rassismus und Antisemitismus zu verzeichnen – auch in feministischen und linken Kreisen. Obwohl sexualisierte Gewalt erklärter Teil der Hamas-Strategie war, blieb die Solidaritätswelle mit den betroffenen israelischen Frauen und Queers aus.
Doch nicht erst seit dem 7. Oktober spaltet die Auseinandersetzung um Antisemitismus, Postkolonialismus und Israel die linke Bewegung. Nach einer historischen Einordnung des 7. Oktobers wird u. a. die Rolle von Social Media beleuchtet. Der Vortrag geht der Frage nach, woher die Allianzen zwischen Feminist:innen und Islamist:innen kommen: individuell, theoretisch und bewegungspolitisch.
15 Jahre nach der Aufdeckung des NSU – Perspektiven der Betroffenen
Von 1998 bis 2011 fanden zehn Morde, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle statt, die dem rechtsterroristischen Netzwerk Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zugeordnet werden können. Am 11. September 2000 wurde Enver Şimşek in Nürnberg, am 15. Juni 2005 Theodoros Boulgarides vom NSU erschossen. Alle zwei hinterließen Familien, die jahrzehntelang um die politische Dimension der Taten, als auch um Anerkennung und das Gedenken bis heute kämpfen.
Im Herbst 2026 jährt sich die Aufdeckung des NSU zum 15 mal, die Veranstaltung beleuchtet deshalb die Hintergründe, die Opfer und die Aufarbeitung des NSU aus der Perspektive der Hinterbliebenen und stellt die konsequente Forderung auf, dass es keinen Schlussstrich geben darf.
Antislawismus und Misogynie
Gibt man in eine Suchmaschine die Worte „osteuropäische Frau“ ein, werden folgende Suchergebnisse vorgeschlagen: Dating-Portale, Katalogfrauen, Pornokategorien, prekäre Arbeitsverhältnisse. Auch in popkulturellen Medien sind diese Stereotype präsent und darüber hinaus tief in unserer Gesellschaft verwoben. Welche Stereotype gibt es, woher kommt diese ‚westliche‘ Machtphantasie und gibt es eine historische Kontinuität zur Abwertung und Ausbeutung von der Region und den Menschen aus dem sogenannten 'Osteuropa'?